Lostage nach alter Überlieferung

Lostage nach alter Überlieferung

Lostage waren für die Bauern zur jener Zeit deshalb wichtige Faktoren bei der Wetterprognose.

Sie lagen in den meisten Fällen deshalb richtig.
Sie basierten einerseits auf langjährige Beobachtungen. Mit deren Hilfe die Vorfahren den günstigen und ungünstigen Zeitpunkt für den Beginn Ihrer Feldarbeit deswegen festlegten.
Wetterprognosen wie heute gab es jedoch zur jener Zeit noch nicht. Heute machen es dabei die Satelliten und Computer.
Der Klimawandel verschiebt einiges. Wir gehen heute allerdings einer wärmeren Klimaperiode entgegen.

Nachfolgend die wichtigsten alten Lostage, auf die sich die Landwirtschaft von früher darauf stützte.
Sie gelten teilweise heute noch. Belegt sind sie durch die Wissenschaft allerdings nicht.

Lostage nach alter Überlieferung Winter

Lostage im Jänner:

Morgenrot am ersten Tag (1.1) Unwetter bringt und große Plag´. Wie das Wetter zu Makarius (2.1) war, wird es im September trüb oder klar. Zu Vinzenz (22.1) Sonnenschein bringt viel Korn und Wein. Ist Pauli Bekehrung (25.1) hell und klar, hoffen auf ein gutes Jahr. Hat er Wind, regnet es dann geschwind.

Lostage im Februar:

Ist es zu Lichtmess (2.2) hell und rein, wird ein langer Winter sein. Es stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit. Ist es an Petri Thronfest (22.2) kalt, hat der Winter noch lange Halt. Matthias am (24.2) bricht´s Eis, hat er keines, macht er dafür eins.

Lostage im März:

Kälte am 7.3 lässt einen Nachwinter befürchten. Es am Tag der 40 Märtyrer (10.3) gefriert, gefriert es noch 40 Nächte. Märzenstaub bringt Gras und Laub. Trockene Fasten verkünden ein gutes Jahr. Schöner Josefstag (19.3) bringt ein gutes Jahr. Ist es zu Judika (15.3) feucht, bleiben die Kornböden leicht. Ist am Rupert (27.3) der Himmel rein, wird er es deswegen im Juni sein.

Lostage im April:

Regnet es am 8.4. folgt ein dürrer Sommer. Ist zu Georg (24.4) das Korn hoch, dass sich ein Rabe verstecken kann, gibt es ein Getreidejahr. Der dürre und der trockene April ist Bauern (will). Sind die Reben um Georg (24.4) noch blind, freuen sich Mann und Kind. Am St. Georg (24.4) und St. Marks (25.4) dräut (drohen) uns oft viel Arg´s. April Schnee düngt, März Schnee frisst.

Lostage nach alter Überlieferung Frühling

Lostage im Mai:

An Philipp und Jakob regen (11.5) deute auf ein fruchtbares Jahr. Pankraz (12.5) ohne Regen folgt ein großer Weinsegen. Kein Sommer vor Servaz (13.5), nach Servaz kein Frost. Vor Bonifaz (14.5) kein Sommer, nach der Sophie kein Frost. Vor Sophie (15.5) bist du sicher nicht vor Nachtfrost, bis Sophie vorbei ist. Viel Regen in der zweiten Hälfte Mai dirbt dir das Heu. Ist das Wetter zu Urbani (25.5) rein, gibt dann Korn und Wein.

Lostage im Juni:

Am Medarsdustag regen (8.6), regnet es noch 40 Tage fort. Menschen und Juniwind ändern sich geschwind. Hat Margareth (10.6) kein Sonnenschein, kommt Heu nicht trocken rein. Vor Johannestag (24.6) keine Gerste loben mag. Regen am Siebenschläfertag (27.6), regnet´s noch sieben Wochen fort. St. Paulus (29.6) hell und klar, bringt dann ein gutes Jahr.

Lostage nach alter Überlieferung Sommer

Weil all diese Tage durch langjährige Beobachtung der Bauern, für sie zu einem wichtigen Faktor bei der Wetterprognose wurden.

Lostage im Juli:

Regen am Maria Heimsuchung (2.7.) regnet es nacheinander zehn Tage. Im Juli muss vor Hitze braten, was im September soll geraten. Jakobi (25.7) ohne Regen deutet auf strengen Winter. Drei Tage vorher Regen lässt eine schlechte Kornernte befürchten.

 Lostage im August:

Ist es zu Lauerenzi (10.8) und Bartolomä (24.8) schön und heiter, wird ein schöner Herbst folgen. Was der August nicht kocht, bratet der September nicht mehr. Mariä Himmelfahrt (15.8) klarer Sonnenschein, bringt gewöhnlich viel und dabei guten Wein. Am 28. August ziehen die Wetter fort. Der Tau ist dem August so Not als jedermann dafür sein Brot.

Lostage im September:

Ägidi ein heller Tag, wird der Herbst schön. Wie es Maria Geburt (8.9) ist, soll es acht Wochen bleiben. Bringt St. Michael (29.9) einen Regen, im Winter dann den Pelz anlegen.

Lostage nach alter ÜberlieferungHerbst

Lostage im Oktober:

Auf St. Gallus bleibt die Kuh im Stall. Graben die Mäuse tief in die Erde, wird deshalb ein strenger Winter werden. Viel strenger, bauen deshalb die Ameisen hoch. Auf St. Gallen (16.10) muss der Apfel fallen und jeder Apfel in den Sack. St.Lukas Tag (18.10) wer an Lukas Roggen streut, es im nächsten Jahr nicht bereut. Wie der Ursulatag (21.10) anfängt, soll dann der Winter sein.

Lostage im November:

Allerheiligen feucht, hoffen auf viel Schnee. Der Andreas (10.11) Schnee tut den Korn weh. Wolken am Martinitag (11.11) der Winter dadurch unbeständig werden mag. Hängt das Laub bis November hinein, wird der Winter dagegen  ein langer sein. St. Elisabeth (19.11) sagt´s an, was der Winter für ein Mann. Wie der Tag zu Katharina (25.11), wird der nächste Jänner dann sein.

Lostage im Dezember:

Auf Barbara (4.12) die Sonne weicht, auf Luzia (13.12) sie wieder daherschleicht. Herrscht in der ersten Adventswoche strenges, kaltes Wetter, soll dasselbe dann noch acht Wochen anhalten. Wie die Witterung zu Adam und Eva (24.12), pflegt es daher bis Ende des Monats zu sein. Stürmt es zur Weihnachtszeit (25.12), gibt es deshalb viel Obst im neuen Jahr. Am 31.12 in der Silvesternacht Wind, früh Sonnenschein, bring dadurch wenig guten Wein.

In den Wetterberichten kommen Lostage und alte Bauernregeln heute noch vor und werden zitiert.

Ein Beweis für ihre Legitimität.

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