Arbeitskalender für den Garten: Gartenarbeiten von Januar bis Dezember
Ein Arbeitskalender für den Garten hilft dir, Aussaat, Pflanzung, Pflege und Ernte rechtzeitig zu planen. Dabei bildet der Kalender keine starre Vorschrift. Allerdings können Temperaturen, Niederschläge, Höhenlage und regionale Unterschiede den geeigneten Zeitpunkt um mehrere Wochen verschieben.
Beobachte deshalb immer das Wetter, den Bodenzustand und die Entwicklung deiner Pflanzen. Beginne erst mit der Bodenbearbeitung, wenn die Erde weder gefroren noch vollständig durchnässt ist. Frostempfindliche Pflanzen dürfen außerdem erst nach draußen, wenn keine kritischen Nachtfröste mehr drohen.
Dieser Gartenkalender begleitet dich von Januar bis Dezember. In Österreich heißt der Januar auch Jänner. Beide Bezeichnungen meinen denselben Monat.

So nutzt du den Arbeitskalender für den Garten
Zunächst solltest du die anstehenden Gartenarbeiten zu Beginn jedes Monats planen. Anschließend notierst du Aussaattermine, Pflanzungen, Erntemengen und besondere Wetterereignisse. Dadurch kannst du im folgenden Gartenjahr besser einschätzen, welche Maßnahmen an deinem Standort funktioniert haben.
Der Arbeitskalender für den Garten zeigt dir, welche Aufgaben in den einzelnen Monaten besonders wichtig sind.
Beachte außerdem diese Grundregeln:
- Passe alle Arbeiten an das aktuelle Wetter an.
- Betritt und bearbeite nassen Boden möglichst wenig.
- Dünge nur nach Bedarf und beachte die Ansprüche der Pflanzen.
- Kalke den Boden nur, wenn eine Untersuchung einen zu niedrigen pH-Wert zeigt.
- Gieße lieber seltener und gründlich als täglich nur oberflächlich.
- Kontrolliere Pflanzen regelmäßig auf Krankheiten und Schädlinge.
- Unterstütze Nützlinge und bevorzuge vorbeugende Maßnahmen.
Januar beziehungsweise Jänner: Das Gartenjahr planen
Da im Januar ein großer Teil des Gartens ruht, bleibt mehr Zeit für die Planung der kommenden Saison. Deshalb kannst du diese Zeit nutzen, um das neue Gartenjahr vorzubereiten und vorhandene Vorräte zu kontrollieren.
Wichtige Gartenarbeiten:
- Erstelle einen Anbauplan für den Gemüsegarten.
- Berücksichtige Fruchtfolge und Mischkultur.
- Kontrolliere vorhandenes Saatgut und bestelle fehlende Sorten.
- Reinige Gartengeräte und lasse defekte Geräte reparieren.
- Prüfe eingelagertes Obst und Gemüse auf faule Stellen.
- Kontrolliere den Frostschutz empfindlicher Kübelpflanzen.
- Gieße immergrüne Kübelpflanzen an frostfreien, trockenen Tagen sparsam.
Apfel- und Birnbäume kannst du bei geeignetem Wetter schneiden. Arbeite nur an frostfreien Tagen und informiere dich vorher über die passende Schnittführung. Große, geschädigte oder unsichere Bäume gehören in die Hände eines Fachbetriebs.
Februar im Arbeitskalender für den Garten: Aussaat und Frühbeet vorbereiten
Im Februar werden die Tage spürbar länger, sodass du mit den ersten Vorbereitungen für die Aussaat beginnen kannst. Jetzt kannst du erste Kulturen im Haus oder im beheizten Gewächshaus vorziehen.
Zu den möglichen Arbeiten gehören:
- Paprika und Auberginen an einem warmen, hellen Platz aussäen.
- Anzuchtschalen und Pflanzgefäße reinigen.
- Frühbeet und Gewächshaus auf Schäden kontrollieren.
- Saatbeete vorbereiten, sobald der Boden ausreichend abgetrocknet ist.
- Beerensträucher an frostfreien Tagen auslichten.
- Abgebrochene oder kranke Äste aus Gehölzen entfernen.
- Wintergemüse weiterhin regelmäßig ernten.
Allerdings solltest du mit der Aussaat nicht zu früh beginnen, wenn du den Jungpflanzen keinen hellen Standort bieten kannst. Wärme bei gleichzeitigem Lichtmangel führt außerdem häufig zu langen und instabilen Trieben.
März: Monatliche Gartenarbeiten zum Frühling
Im März beginnt schließlich die aktive Gartensaison. Das Wetter kann jedoch noch stark schwanken. Halte deshalb Schutzvlies bereit und beachte die örtliche Frostgefahr.
Jetzt kannst du:
- Tomaten im Haus vorziehen.
- robuste Gemüsearten wie Möhren, Radieschen, Erbsen und Spinat aussäen,
- Steckzwiebeln setzen,
- abgestorbene Pflanzenteile aus Staudenbeeten entfernen,
- Stauden teilen und umpflanzen,
- Beete vorsichtig lockern,
- Kompost oberflächlich einarbeiten,
- erste Wildkräuter und unerwünschte Beikräuter entfernen.
Beginne mit der Rasenpflege erst, wenn der Boden abgetrocknet ist und das Gras wieder wächst. Vertikutiere nur, wenn sich tatsächlich eine stärkere Filzschicht gebildet hat. Ein routinemäßiges Vertikutieren ist nicht in jedem Garten notwendig.
April im Gartenkalender: säen, pflanzen und pflegen
Im April steigt die Auswahl an möglichen Aussaaten deutlich. Dennoch bleiben späte Kälteeinbrüche möglich.
Geeignete Gartenarbeiten sind:
- Kartoffeln in ausreichend erwärmten Boden legen.
- Salat, Mangold, Rote Bete und weitere robuste Gemüsearten aussäen.
- vorgezogene Jungpflanzen langsam an Außenbedingungen gewöhnen,
- Stauden und robuste Gehölze pflanzen,
- Sommerblumen vorziehen oder geeignete Arten direkt aussäen,
- Schnecken frühzeitig kontrollieren,
- Regenwasser sammeln,
- den Rasen bei ausreichendem Wachstum erstmals mähen.
Achte beim Pflanzen auf den späteren Platzbedarf. Zu geringe Abstände fördern Konkurrenz um Licht und Wasser und können die Luftzirkulation verschlechtern. Mit dem Arbeitskalender für den Garten behältst du Aussaaten, Pflanzungen und wichtige Pflegemaßnahmen im Blick.
Mai: Frostempfindliche Pflanzen dürfen nach draußen
Der Mai zählt zu den arbeitsreichsten Monaten, gleichzeitig steigt die Gefahr später Nachtfröste. Wärmebedürftige Pflanzen dürfen jedoch erst ins Freiland, wenn an deinem Standort keine gefährlichen Nachtfröste mehr zu erwarten sind.
Im Mai kannst du:
- Tomaten, Paprika, Gurken, Kürbisse und Zucchini auspflanzen,
- Bohnen und Mais direkt aussäen,
- Sommerblumen setzen,
- Stauden stützen,
- Beete mulchen,
- Obstbäume auf starken Fruchtansatz kontrollieren,
- Blattläuse und andere Schädlinge frühzeitig beobachten,
- den Rasen regelmäßig, aber nicht zu kurz mähen.
Greife außerdem bei einem Schädlingsbefall nicht sofort zu einem Pflanzenschutzmittel. Bestimme zunächst die Ursache, fördere Nützlinge und entferne befallene Pflanzenteile, sofern dies sinnvoll ist.
Juni: Wachstum, Pflege und erste Ernten
Im Juni wachsen Gemüse, Stauden und Gehölze besonders kräftig. Gleichzeitig steigt bei trockenem Wetter der Wasserbedarf.
Wichtige Aufgaben:
- morgens oder am frühen Vormittag gründlich gießen,
- den Boden mit Mulch vor schneller Austrocknung schützen,
- Tomaten anbinden und je nach Sorte ausgeizen,
- stark wachsende Kletterpflanzen befestigen,
- Erdbeeren und erste Beeren ernten,
- Salat und Radieschen für eine spätere Ernte nachsäen,
- verblühte Stauden zurückschneiden, wenn eine Nachblüte erwünscht ist,
- Fallobst und kranke Früchte entfernen.
Wässere möglichst direkt am Boden, dadurch bleiben die Blätter trockener und das Risiko für Pilzkrankheiten sinkt. Kontrolliere Kübelpflanzen häufiger, weil ihre Erde schneller austrocknet.

Juli: Richtig gießen und regelmäßig ernten
Im Juli stehen Wasserversorgung und Ernte im Mittelpunkt. Vermeide belastende Pflegemaßnahmen während ausgeprägter Hitzeperioden.
Zu den Gartenarbeiten im Juli gehören:
- reifes Gemüse und Obst regelmäßig ernten,
- Bohnen, Salate und geeignete Herbstkulturen nachsäen,
- Beete morgens durchdringend wässern,
- offene Bodenflächen mulchen,
- Tomaten und Gurken auf Krankheiten kontrollieren,
- schwere Fruchtäste bei Bedarf vorsichtig stützen,
- verblühte Rosen fachgerecht zurückschneiden,
- Saatgut geeigneter Pflanzen sammeln.
Vertikutiere den Rasen während heißer und trockener Perioden nicht. Stelle den Rasenmäher etwas höher ein und mähe seltener, sobald das Wachstum nachlässt.
August: Ernten und den Herbst vorbereiten
Außerdem erinnert dich der Arbeitskalender für den Garten im August an die laufende Ernte. Der Garten liefert jetzt reichlich Gemüse, Kräuter und Obst. Gleichzeitig beginnt die Vorbereitung der Herbstkulturen.
Jetzt kannst du:
- Zucchini, Bohnen, Tomaten und anderes Sommergemüse ernten,
- überschüssige Ernte einfrieren, einkochen oder einlagern,
- Feldsalat, Spinat und geeignete Herbstsalate aussäen,
- neue Erdbeerpflanzen setzen,
- abgeerntete Himbeerruten entfernen,
- Herbstpflanzungen planen,
- Samen von gesunden Pflanzen sammeln,
- kranke Pflanzenteile aus den Beeten nehmen.
In kühleren Regionen kannst du gegen Ende des Monats die Spitzen stark wachsender Tomaten entfernen. Dadurch konzentriert die Pflanze ihre Kraft auf die bereits vorhandenen Früchte. In warmen Lagen ist dieser Schritt möglicherweise noch nicht notwendig.
September: Gartenarbeiten nach Monaten – pflanzen, säen und lagern
Der September bietet häufig warme Böden und angenehmere Temperaturen. Dadurch eignet er sich besonders für viele Pflanzarbeiten.
Wichtige Aufgaben im September:
- Stauden und Beerensträucher pflanzen,
- Rasenlücken nachsäen,
- den Rasen bei Bedarf vertikutieren und belüften,
- Feldsalat und Spinat für die spätere Ernte säen,
- Äpfel, Birnen und Walnüsse ernten,
- nur gesundes und unbeschädigtes Obst einlagern,
- Blumenzwiebeln für das Frühjahr setzen,
- empfindliche Kübelpflanzen auf das Winterquartier vorbereiten.
Kalke den Rasen nicht automatisch. Eine Bodenuntersuchung zeigt dir, ob der pH-Wert tatsächlich zu niedrig ist. Eine unnötige Kalkung kann die Nährstoffverfügbarkeit außerdem verschlechtern.

Oktober: Hauptpflanzzeit und Wintervorbereitung
Im Oktober lassen sich viele robuste Stauden und Gehölze pflanzen. Außerdem unterstützt der noch warme Boden die Bildung neuer Wurzeln.
Diese Arbeiten bieten sich an:
- Tulpen, Narzissen, Krokusse und andere Frühlingszwiebeln setzen,
- robuste Gehölze und wurzelnackte Pflanzen pflanzen,
- Kürbisse und frostempfindliches Gemüse rechtzeitig ernten,
- Möhren, Rote Bete und Knollengemüse einlagern,
- Laub vom Rasen entfernen,
- gesundes Laub als Mulch oder für den Kompost verwenden,
- Kübelpflanzen vor den ersten stärkeren Frösten einräumen,
- Wasseranschlüsse und Bewässerungssysteme vorbereiten.
Lasse dabei einige trockene Staudenstängel über den Winter stehen. Sie bieten Insekten Schutz und verleihen dadurch dem winterlichen Garten Struktur.
November im Gartenkalender: Den Garten winterfest machen
Im November endet zwar die Hauptsaison, dennoch kannst du an frostfreien Tagen weiterhin pflanzen und letzte Schutzmaßnahmen durchführen.
Zum Arbeitskalender im November gehören:
- empfindliche Pflanzen mit geeignetem Material schützen,
- Kübel gegen Durchfrieren isolieren,
- Rosen anhäufeln, wenn Sorte und Standort dies erfordern,
- Gartenschläuche entleeren und frostfrei lagern,
- Werkzeuge reinigen und pflegen,
- Laub von kranken Pflanzen getrennt entsorgen,
- eingelagertes Obst und Gemüse kontrollieren,
- immergrüne Pflanzen vor längeren Trockenperioden noch einmal wässern.
Verwende daher luftdurchlässige Materialien für den Winterschutz. Dichtes Plastik kann Feuchtigkeit einschließen und dadurch Fäulnis fördern.
Dezember: Kontrollieren und das nächste Gartenjahr planen
Im Dezember ruht der Garten weitgehend. Deshalb beschränken sich die Arbeiten meistens auf Kontrollen und kleinere Pflegemaßnahmen.
Du kannst:
- den Winterschutz nach Stürmen überprüfen,
- schweren Schnee vorsichtig von empfindlichen Gehölzen entfernen,
- immergrüne Kübelpflanzen an frostfreien Tagen kontrollieren,
- gelagertes Obst und Gemüse aussortieren,
- Gartengeräte warten,
- Saatgutbestände prüfen,
- die Fruchtfolge für den Gemüsegarten planen,
- Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr notieren.
Fälle große oder alte Bäume nicht ohne die erforderliche Erfahrung. Prüfe vorher örtliche Schutzbestimmungen und beauftrage bei Unsicherheit einen Fachbetrieb.
Pflanzenschutz und Heckenschnitt richtig planen
Kontrolliere deine Pflanzen regelmäßig, damit du Krankheiten und Schädlinge dadurch früh erkennst. Standortgerechte Sorten, ein gesunder Boden, ausreichende Pflanzabstände und die Förderung von Nützlingen verhindern außerdem viele Probleme.
Falls du dennoch ein Pflanzenschutzmittel benötigst, beachte folgende Regeln:
- Bestimme zuerst den Schädling oder die Pflanzenkrankheit.
- Probiere geeignete nichtchemische Maßnahmen aus.
- Verwende nur zugelassene Mittel für Haus- und Kleingärten.
- Halte dich genau an Anwendungsgebiet, Dosierung und Wartezeit.
- Schütze Bienen, andere Bestäuber und Gewässer.
- Entsorge Reste niemals im Garten oder Abfluss.
Prüfe vor jedem Heckenschnitt, ob Vögel oder andere Tiere das Gehölz nutzen. Für starke Rückschnitte, Rodungen und Baumfällungen können daher als gesetzliche oder kommunale Einschränkungen gelten.
Nutze den Arbeitskalender für den Garten als flexible Orientierung und passe alle Termine an das Wetter sowie die Bedingungen an deinem Standort an.
Häufige Fragen zum Gartenkalender
Muss ich alle Gartenarbeiten im angegebenen Monat erledigen?
Nein. Der Kalender bietet eine Orientierung. Wetter, Boden, Höhenlage und Pflanzenentwicklung bestimmen daher den tatsächlichen Zeitpunkt.
Warum nennt der Kalender Januar und Jänner?
„Jänner“ ist vor allem in Österreich gebräuchlich. „Januar“ wird hauptsächlich in Deutschland und der Schweiz verwendet. Beide Begriffe bezeichnen dabei denselben Monat.
Wann sollte ich den Garten düngen?
Dünge während der Wachstumszeit und nur nach Bedarf. Eine Bodenuntersuchung hilft dir außerdem, eine Überversorgung mit Kalk, Phosphor, Kalium oder Magnesium zu vermeiden.
Wann darf ich eine Hecke stark zurückschneiden?
Für starke Rückschnitte, Rodungen und Baumfällungen können daher gesetzliche oder kommunale Einschränkungen gelten. Schonende Pflegeschnitte können dagegen erlaubt sein. Kontrolliere das Gehölz vorher immer auf bewohnte Nester und beachte regionale Vorschriften.
Wann ist die beste Zeit zum Vertikutieren?
Vertikutiere nur bei erkennbarem Rasenfilz und während einer aktiven Wachstumsphase. Geeignet sind dafür häufig das Frühjahr oder der frühe Herbst. Bei Hitze, Trockenheit, Frost oder stark durchnässtem Boden solltest du darauf verzichten.
Fazit: Mit dem Gartenkalender gut durch das Jahr
Zusammenfassend hilft dir ein Arbeitskalender für den Garten, dadurch wichtige Aufgaben rechtzeitig zu erkennen und sinnvoll zu verteilen. Nutze die monatlichen Empfehlungen als Orientierung und passe sie an deinen Standort sowie das aktuelle Wetter an.
Wenn du regelmäßig beobachtest, bedarfsgerecht gießt und düngst sowie Nützlinge förderst, bleiben Gemüsebeete, Obstgehölze, Rasen und Zierpflanzen langfristig gesund. Schließlich kannst du deine Erfahrungen notieren und daraus Schritt für Schritt deinen persönlichen Gartenkalender entwickeln.