Unkraut im Garten-Geschenk der Natur

Das Wort Unkraut wird neuerdings auch als Beikraut oder Wildkraut bezeichnet. Der Unterschied liegt aber darin, als Unkraut bezeichnet man eine Pflanze, die im Garten nicht erwünscht ist. Ein Beikraut entwickelt sich zufällig in einem bebauten Feld, das aber nicht als ein Unkraut bezeichnet werden kann, zB. eine Sonnenblume.

 

Ragweed plant
© olyas8 – Fotolia.com (Ragweed plant/#89291562

Unkräuter sind eigentlich Wildpflanzen, die im Laufe der Zeit gelernt haben, sich gegen andere Pflanzen zu behaupten und auch eigene Strategien entwickelt haben. So wie in der Tierwelt sich einige Arten der Farbe und des Aussehens der Umgebung anpassen, so machen es auch einige Unkräuter. Sie dringen tief mit ihren Wurzeln in den Boden ein, wo sie dann schwer, bis gar nicht, zu entfernen sind. Sie haben ein schnelles Wachstum und ihr Samen ist obendrein sehr keimfähig.

Bei starker Wurzelbildung können die Unkräuter längerfristig, an Terrassen und Steinwegen, Schäden verursachen.

 

Außerdem ist im Garten nicht jedes Unkraut ein Unkraut. Es gibt auch gute davon, wie zB. die, die Nützlinge anlocken, wie Gänseblümchen, Fenchel oder Brennessel, die Insekten vertreiben, wie Adlerfarn und Rainfarn, oder als Nahrung für Vögel dienen, wie Gräser, Efeu, Holunder und Weißdorn. Auch können darunter Heilpflanzen sein, wie Kornblumen, Salbei, Schöllkraut und Königskerze.

Die Liste läßt sich weiter fortsetzen, denn  zB.dienen einige als Bodenverbesserer, oder die Bestäuber anlocken-gut für den Obsternteertrag. Löwenzahn im Frühjahr ausstechen, man kann einen köstlichen Salat daraus machen, auch mit Hirtentäschel und Wegerich.

Um nicht einen ungepflegten Eindruck des Gartens zu vermitteln, bedarf es  einen richtigen „Zuleiberücken“ der nicht guten Unkräuter. Am besten zeitig im Frühjahr damit anfangen, bevor sie sich ausgebreitet haben. Es geht auch ohne „Keule“ Chemie und schon gar nicht im eigenen Garten. Natürlich ist es dann mit mehr Arbeit verbunden, aber Gartenarbeit sollte man eigentlich als Ausgleich zu der heutigen stressigen Arbeitswelt sehen!

Hilfsmaterial:

Eine gute Hilfe ist natürlich auch ein richtiges Werkzeug, wie etwa ein Unkrautstecher, Fugenkratzer, Bügelzughacke oder Rasenkralle.

Garten von Unkraut befreien:

Man befreit den Garten von diesem nicht nur wegen eines ungepflegten Eindruckes, denn sie machen bei grösserer Trockenheit den Gartenpflanzen auch das Wasser streitig, oder umgekehrt, begünstigen sie wieder das feuchte Klima, wenn der Boden vom Unkraut bedekt ist. Es kann dann am Gemüse Fäule auftreten. Manche sind sogar giftig, wie Ambrosia, dass bis zu 1,5m hoch werden kann.
Vorsicht: beim Jäten die richtigen Handschuhe tragen, dies gilt besonders für Allergiker, um Rötungen, Verbrennungen und Allergien zu verhindern. Gefährlich sind Bärenklau, Wolfsmilch, Beifuß.

Wann anfangen:

Es ist wichtig, zeitig im Frühjahr und bei abnehmenden Mond mit dem Entfernen des Unkrautes zu beginnen, solange die Wurzeln noch nicht so tief im Boden eingedrungen sind.   Durch  regelmäßiges Jäten können einige Unkrautarten ausgerottet werden.
Ein Wurzelstecher ist eine gute Hilfe, man entfernt dadurch die ganze Wurzel und es gibt kein nachwachsen mehr. Wenn ihr mit der Hand jätet, kann es sein, dass die Wurzel bricht und jeder noch so kleine Teil derWurzel, der in der Erde verbleibt, treibt danach wieder frisch aus, besonders die  Wurzelunkräuter und solche, die Wurzelausläufer bilden. Alle diese sind mehrjährig.

Samenunkräuter solltet ihr noch vor der Blüte entfernen, bevor sie den Samen bilden und dieser auf die Erde fällt. Nach dem Jäten gleich in die Biotonne oder auf den Komposter werfen, denn sie können  im Freien gelassen, noch Samen bilden.
Eine Plage im Garten ist der gehörnte Sauerklee, den erkennt ihr an seinen gelben, kleeförmigen Blättern. Er breitet sich sehr schnell überall aus, ist sehr trockenresistent und da helfen auch Pflanzenschutzmitteln nicht. Die Hirse im Rasen, die schnell wächst und Samen bildet, stirbt im Herbst zwar ab, hinterläßt aber dann keine schöne Rasenfläche.

Unkraut im Garten eindämmen:

Kommt ihr dennoch nicht ohne Chemie aus, so probiert es einmal mit einer heißen Wasser-Salz-Lösung, ideal auf Wegen und Plätzen. Größere Flächen, wie unter Sträuchern, kann man mit Rasenschnitt, Laub oder Rindenmulch abdecken, diese unterdrücken nicht nur den Unkrautwuchs, es entsteht bei deren Zersetzung Humus, ein guter Stickstofflieferant.
Ein spezielles atmungsaktive Unkrautvlies, dass sowohl Wasser, Nährstoffe und Luft in den Boden lässt, aber das Unkraut unterdrückt, ist eine ideale Alternative. Es wird nicht nur der Pflegeaufwand im Garten reduziert, sondern es ist auch  gut für die Wachstumsbedingungen der Pflanzen.

Tipps und Tricks:

 
Distel: rechtzeitig vor der Blüte und Samenbildung entfernen
Vogelmiere: mit einer Mulchschicht relativ leicht eindämmbar
Schachtelhalm: mit seinen Ausläufern, die bis zu 70cm und noch tiefer gehen können, nützt auch kein Unkrautvernichtungsmittel
Giersch: ein lästiges Unkraut, mit Rindenmulch, Rasenschnitt abdecken, so lassen sich die Wurzeln leicht entfernen, oder einen Verpackungskarton auf den Boden legen, mit Mulch abdecken, so erstickt er.
Roter Klee: vorsichtig entfernen, dabei Samenstände nicht berühren, denn aussäen wollt ihr ja nicht
Weißwurz: schwer zu bekämpfen, einfach regelmäßig entfernen, damit er nicht Überhand nimmt
Kriechender Hahnenfuß: die Erde locker halten, dann läßt er sich leicht entfernen

Bedenkt, das Unkraut im Garten und wo immer es wächst, kann auch nützlich sein, durch das teilweise frühe Blühen im Frühjahr, gibt es Nahrung für Vögel und Insekten. Bei Starkregen und Wind schützt es den Boden vor Erosion.

Hinterlassen wir unseren Nachkommen die ganze Vielfalt an Pflanzen! Also, so  ist es auch ein Geschenk der Natur!

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