Wurzelunkräuter bekämpfen: Giersch, Quecke und Co.

Wenn Du Wurzelunkräuter bekämpfen möchtest, brauchst Du vor allem Geduld und das richtige Werkzeug. Giersch, Quecke, Ackerwinde und Ackerschachtelhalm treiben aus unterirdischen Wurzeln oder Rhizomen immer wieder aus. Deshalb reicht es nicht, nur die sichtbaren Blätter abzureißen.

Zuerst solltest Du die Pflanze sicher bestimmen. Danach entfernst Du möglichst viele unterirdische Teile, ohne sie unnötig zu zerschneiden. Regelmäßige Kontrollen schwächen den Neuaustrieb. So bekommst Du auch hartnäckige Stellen Schritt für Schritt in den Griff.

Rotklee bestimmen, bevor Du Wurzelunkräuter bekämpfen möchtest

Das vorhandene Foto zeigt Rotklee. Bestimme eine Pflanze vor dem Entfernen, denn nicht jedes Wildkraut ist ein Wurzelunkraut.

Was sind Wurzelunkräuter?

Wurzelunkräuter sind ausdauernde Pflanzen, die unter der Erde Speicherwurzeln, Ausläufer oder Rhizome bilden. Aus kleinen Resten können neue Triebe wachsen. Dadurch breiten sich einige Arten selbst nach dem Jäten erneut aus.

Samenunkräuter funktionieren anders. Vogelmiere, viele Hirsearten und andere kurzlebige Wildkräuter vermehren sich hauptsächlich über Samen. Auch Löwenzahn bildet keine kriechenden Rhizome, sondern eine tiefe Pfahlwurzel. Diese Unterschiede sind wichtig, weil jede Gruppe eine andere Vorgehensweise verlangt.

Nicht jede spontan wachsende Pflanze muss entfernt werden. Viele Wildkräuter bieten Insekten Nahrung oder bedecken offene Erde. Greife deshalb nur dort ein, wo sie Kulturpflanzen bedrängen, Wege überwuchern oder die gewünschte Nutzung stören.

Wurzelunkräuter bekämpfen: das richtige Werkzeug

Bei lockerem, leicht feuchtem Boden lassen sich Wurzeln am besten lösen. Verwende dafür eine Grabgabel oder einen schmalen Unkrautstecher. Eine Grabgabel hebt das Geflecht an, ohne es so stark zu zerteilen wie Spaten oder Motorfräse.

Die Bayerische Gartenakademie empfiehlt Grabgabel und Beharrlichkeit. Außerdem rät sie bei hartnäckigen Arten zu einer erneuten Kontrolle nach zwei bis drei Wochen. Denn jedes übersehene Wurzelstück kann wieder austreiben.

Wurzelunkräuter bekämpfen: Schritt für Schritt

  1. Pflanze bestimmen: Prüfe Blätter, Stängel, Blüten und Wuchsform. So verwechselst Du ein Wurzelunkraut nicht mit einem harmlosen Samenunkraut.
  2. Boden vorbereiten: Arbeite nach Regen oder wässere die Stelle am Vortag. Sehr nasser Boden klebt jedoch an den Wurzeln und erschwert die Arbeit.
  3. Wurzeln anheben: Setze die Grabgabel mit Abstand zur Pflanze an. Lockere den Boden und ziehe das Geflecht vorsichtig heraus.
  4. Erde durchsuchen: Sammle auch kleine helle Rhizome und Wurzelstücke ein. Schüttle anhaftende Erde vorsichtig ab.
  5. Stelle markieren: Kontrolliere die Fläche regelmäßig. Entferne neue Triebe früh, damit die Pflanze keine Reserven aufbauen kann.

Wenn Du auf diese Weise Wurzelunkräuter bekämpfen willst, vermeide hektisches Hacken. Dabei entstehen viele kleine Stücke, die Du später nur schwer findest. Bei einem starken Befall arbeitest Du besser abschnittsweise.

Wurzelunkräuter bekämpfen: wichtige Arten

Giersch vorsichtig ausgraben

Giersch erkennst Du unter anderem an den dreiteilig gegliederten Blättern und den weißen Dolden. Unter der Erde bildet er ein weit verzweigtes Rhizomnetz. Lockere den Boden deshalb mit der Grabgabel und sammle die hellen Ausläufer sorgfältig ab.

Wächst Giersch mitten in Stauden, musst Du befallene Pflanzen eventuell aufnehmen. Entferne dann die Gierschwurzeln aus dem Ballen und setze die Staude wieder ein. Kontrolliere die Stelle anschließend regelmäßig.

Quecke mit langen Rhizomen entfernen

Quecke bildet lange, helle und spitz zulaufende Rhizome. Ziehe sie möglichst am Stück aus der gelockerten Erde. Dagegen verteilt eine Gartenfräse viele kleine Teile im Beet. Dadurch kann sich der Bestand sogar vergrößern.

Ackerwinde dauerhaft schwächen

Ackerwinde besitzt pfeilförmige Blätter und windet sich an anderen Pflanzen hoch. Ihr Wurzelsystem reicht tief in den Boden. Du wirst deshalb selten alle Teile auf einmal erreichen. Entferne neue Triebe immer wieder, bevor sie viel Blattmasse bilden. Mit der Zeit verliert die Pflanze Reserven.

Ackerschachtelhalm richtig einordnen

Ackerschachtelhalm bildet tiefe, verzweigte Rhizome. Daher ist vollständiges Ausgraben oft kaum möglich. Entferne die grünen Triebe regelmäßig und vermeide dabei eine weitere Verteilung von Rhizomstücken. Prüfe außerdem Bodenverdichtung und Wasserabfluss. Eine Verbesserung hilft jedoch nur, wenn am Standort tatsächlich Staunässe besteht.

Brennnessel und Ackerkratzdistel begrenzen

Brennnesseln und Ackerkratzdisteln können sich ebenfalls über unterirdische Teile ausbreiten. Trage bei der Arbeit feste Handschuhe. Wo genug Platz ist, darf eine kleine Brennnesselecke für Tiere stehen bleiben. In Beeten entfernst Du dagegen die Ausläufer und kontrollierst den Rand regelmäßig.

Wurzelunkräuter bekämpfen mit Mulch und Abdeckung

Eine Mulchschicht schützt den Boden, hält Feuchtigkeit und bremst viele keimende Samen. Bei Wurzelunkräutern wirkt Mulch allerdings nur begrenzt. Kräftige Triebe können eine lockere Schicht durchwachsen.

Auf einer freien, stark befallenen Fläche kann eine lichtdichte Abdeckung helfen. Dafür muss sie lückenlos liegen und an den Rändern gesichert sein. Kontrolliere regelmäßig, ob Triebe seitlich austreten. Plane dafür mehrere Monate statt nur weniger Wochen ein. Danach lockerst Du den Boden vorsichtig und sammelst verbliebene Wurzeln ab.

Dicht gepflanzte Beete lassen weniger offene Erde. Dennoch verdrängen Bodendecker einen bestehenden Giersch- oder Queckenbestand nicht von allein. Entferne das Wurzelgeflecht deshalb vor der Neupflanzung. Weitere Grundlagen findest Du im Ratgeber Unkraut im Garten erkennen und richtig entfernen.

Wurzelunkräuter richtig entsorgen

Frische Rhizome von Giersch, Quecke oder Ackerwinde können auf einem gewöhnlichen Kompost erneut wachsen. Auch Pflanzen mit reifen Samen gehören nicht unbedacht auf den Kompost. Lasse Wurzeln nur dann im Garten trocknen, wenn sie vollständig vertrocknen können und keinen Bodenkontakt haben.

Bei Unsicherheit entsorgst Du problematische Pflanzenteile entsprechend den Regeln Deiner Gemeinde über die Biotonne oder eine Sammelstelle. Die Vorgaben können sich regional unterscheiden. Gib unbekannte oder invasive Arten nicht in die freie Natur.

Wurzelunkräuter ohne riskante Hausmittel bekämpfen

Verzichte im Beet auf Salz, konzentrierten Essig und ungezielt ausgebrachtes kochendes Wasser. Solche Mittel können Nachbarpflanzen und Bodenlebewesen schädigen. Außerdem gelten für Pflanzenschutzmittel und befestigte Flächen besondere Regeln.

Das Umweltbundesamt erklärt die Regeln und Alternativen. Für Deutschland gilt: Pflanzenschutzmittel dürfen auf befestigten Flächen grundsätzlich nicht ohne eine entsprechende Ausnahme eingesetzt werden. Verwende im Hausgarten ausschließlich zugelassene Produkte für den angegebenen Zweck und halte Dich genau an Etikett und Anleitung. In der Regel sind Jäten, Mulchen und eine dichte Bepflanzung die bessere Wahl.

Häufige Fehler bei der Bekämpfung

  • Nur Blätter abreißen: Dadurch bleiben die Speicherorgane im Boden und treiben erneut aus.
  • Wurzeln zerhacken: Spaten und Fräse können viele neue Austriebsstücke erzeugen.
  • Zu früh aufgeben: Ein starker Bestand braucht mehrere Kontrollen über eine ganze Saison.
  • Alles als Wurzelunkraut bezeichnen: Samenunkräuter und Pfahlwurzler benötigen andere Methoden.
  • Wurzelreste kompostieren: Unvollständig verrottete Stücke können später wieder im Beet landen.

Wurzelunkräuter bekämpfen: häufige Fragen

Wie lange dauert die Bekämpfung?

Das hängt von Art, Fläche und Bodenzustand ab. Ein kleiner Bestand kann nach wenigen sorgfältigen Durchgängen deutlich schwächer werden. Ein altes Rhizomnetz braucht dagegen oft eine ganze Gartensaison oder länger.

Soll ich eine Motorfräse verwenden?

Bei Giersch, Quecke und Ackerwinde ist sie meist keine gute Wahl. Die Messer zerteilen das Wurzelnetz und verteilen die Stücke. Eine Grabgabel arbeitet langsamer, ermöglicht aber ein gezieltes Auslesen.

Kann ich Wurzelunkräuter vorbeugen?

Kontrolliere neue Erde und gekaufte Pflanzen auf Wurzelstücke. Entferne erste Triebe früh und lasse Beete nicht lange unbepflanzt. Zudem hilft eine regelmäßige, bodenschonende Pflege. Weitere Hinweise findest Du bei unseren Gartentipps für einen gesunden Garten.

Fazit: Wurzelunkräuter bekämpfen und dranbleiben

Bestimme zuerst die Pflanzen und lockere den Boden mit einer Grabgabel. Entferne danach Wurzeln und Rhizome so vollständig wie möglich. Kontrolliere die Fläche alle zwei bis drei Wochen und ziehe neue Triebe früh heraus. Wenn Du so Wurzelunkräuter bekämpfen möchtest, schützt Du Deine Kulturpflanzen und kommst meist ohne chemische Mittel aus.

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