Lostage nach alter Überlieferung (Jänner bis Dezember)

Lostage waren für die Bauern zur jener Zeit wichtige Faktoren bei der Wetterprognose.
Sie lagen in den meisten Fällen richtig.
Sie basierten auf langjährige Beobachtungen. Mit deren Hilfe die Vorfahren den günstigen und ungünstigen Zeitpunkt für den Beginn Ihrer Feldarbeit festlegten.
Wetterprognosen wie heute gab es zur jener Zeit noch nicht. Heute machen es die Satelliten und Computer.Der Klimawandel verschiebt einiges. Wir gehen heute einer wärmeren Klimaperiode entgegen.

Nachfolgend die wichtigsten alten Lostage, auf die sich die Landwirtschaft von früher stützte. Sie gelten teilweise heute noch. Belegt sind sie durch die Wissenschaft nicht.

Lostage im Jänner:

    Morgenrot am ersten Tag (1.1) Unwetter bringt und große Plag´. Wie das Wetter zu Makarius (2.1) war, wird es im September trüb oder klar.
    Zu Vinzenz (22.1) Sonnenschein bringt viel Korn und Wein. Ist Pauli Bekehrung (25.1) hell und klar, hoffen auf ein gutes Jahr. Hat er Wind, regnet es geschwind.

Lostage im Februar:

    Ist es zu Lichtmess (2.2) hell und rein, wird ein langer Winter sein. Es stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit.
    Ist es an Petri Thronfest (22.2) kalt, hat der Winter noch lange Halt. Matthias am (24.2) bricht´s Eis, hat er keines, macht er eins.

Lostage im März:

    Kälte am 7.3 lässt einen Nachwinter befürchten. Es am Tag der 40 Märtyrer (10.3) gefriert, gefriert es noch 40 Nächte. Märzenstaub bringt Gras und Laub. Trockene Fasten verkünden ein gutes Jahr.
    Schöner Josefstag (19.3) bringt ein gutes Jahr. Ist es zu Judika (15.3) feucht, bleiben die Kornböden leicht. Ist am Rupert (27.3) der Himmel rein, wird er es im Juni sein.

Lostage im April:

    Regnet es am 8.4. folgt ein dürrer Sommer. Ist zu Georg (24.4) das Korn hoch, dass sich ein Rabe verstecken kann, gibt es ein Getreidejahr. Der dürre und der trockene April ist Bauern (will). Sind die Reben um Georg (24.4) noch blind, freuen sich Mann und Kind.
    Am St. Georg (24.4) und St. Marks (25.4) dräut (drohen) uns oft viel Arg´s.
    April Schnee düngt, März Schnee frisst.

Lostage im Mai:

    Regen an Philipp und Jakob (11.5) deute auf ein fruchtbares Jahr.
    Pankraz (12.5) ohne Regen folgt ein großer Weinsegen. Vor Servaz (13.5) kein Sommer, nach Servaz kein Frost. Vor Bonifaz (14.5) kein Sommer, nach der Sophie kein Frost. Vor Sophie (15.5) bist du sicher nicht vor Nachtfrost, bis Sophie vorbei ist.
    Viel Regen in der zweiten Hälfte Mai dirbt dir das Heu. Ist das Wetter zu Urbani (25.5) rein, gibt Korn und Wein.

Lostage im Juni:

    Regnet´s am Medarsdustag (8.6), regnet es noch 40 Tage fort. Menschen und Juniwind ändern sich geschwind. Hat Margareth (10.6) kein Sonnenschein, kommt Heu nicht trocken rein.
    Vor Johannestag (24.6) keine Gerste loben mag.
    Regen am Siebenschläfertag (27.6), regnet´s noch sieben Wochen fort. St. Paulus (29.6) hell und klar, bringt ein gutes Jahr.

Lostage im Juli:

    Regen am Maria Heimsuchung (2.7.) regnet es nacheinander zehn Tage. Im Juli muss vor Hitze braten, was im September soll geraten. Jakobi (25.7) ohne Regen deutet auf strengen Winter.
    Drei Tage vorher Regen lässt eine schlechte Kornernte befürchten.

Lostage im August:

    Ist es zu Lauerenzi (10.8) und Bartolomä (24.8) schön und heiter, wird ein schöner Herbst folgen. Was der August nicht kocht, bratet der September nicht mehr. Mariä Himmelfahrt (15.8) klarer Sonnenschein, bringt gewöhnlich viel und guten Wein. Am 28. August ziehen die Wetter fort. Der Tau ist dem August so Not als jedermann sein Brot.

Lostage im September:

    Ist Ägidi ein heller Tag, wird der Herbst schön. Wie es Maria Geburt (8.9) ist, soll es acht Wochen bleiben. Bringt St. Michael (29.9) einen Regen, im Winter den Pelz anlegen.

Lostage im Oktober:

    Auf St. Gallus bleibt die Kuh im Stall. Graben die Mäuse tief in die Erde, wird ein strenger Winter werden. Viel strenger, bauen die Ameisen hoch. Auf St. Gallen (16.10) muss der Apfel fallen und jeder Apfel in den Sack. St.Lukas Tag (18.10) wer an Lukas Roggen streut, es im nächsten Jahr nicht bereut.
    Wie der Ursulatag (21.10) anfängt, soll der Winter sein.

Lostage im November:

    Allerheiligen feucht, hoffen auf viel Schnee. Der Andreas (10.11) Schnee tut den Korn weh. Wolken am Martinitag (11.11) der Winter unbeständig werden mag.
    Hängt das Laub bis November hinein, wird der Winter ein langer sein.
    St. Elisabeth (19.11) sagt´s an, was der Winter für ein Mann. Wie der Tag zu Katharina (25.11), wird der nächste Jänner sein.

Lostage im Dezember:

    Auf Barbara (4.12) die Sonne weicht, auf Luzia (13.12) sie wieder
    daherschleicht.
    Herrscht in der ersten Adventswoche strenges, kaltes Wetter, soll dasselbe acht Wochen anhalten.
    Wie die Witterung zu Adam und Eva (24.12), pflegt sie bis Ende des Monats zu sein.
    Stürmt es zur Weihnachtszeit (25.12), gibt es viel Obst im neuen Jahr. Am 31.12 in der Silvesternacht Wind, früh Sonnenschein, bring wenig guten
    Wein.

In den Wetterberichten kommen Lostage und alte Bauernregeln heute noch vor und werden zitiert.
Ein Beweis für ihre Legitimität.

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