Kakteen und andere Sukkulenten

Die Liebhaberei für Kakteen und Sukkulenten kennt eigentlich keine Kompromisse. Für diese beiden Pflanzengruppe gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder mag man diese bizarren Gesellen oder man kann rein gar nichts mit ihnen anfangen. Wer aber einmal diesen Pflanzen verfallen ist, kommt nie mehr von ihnen los.

Man wird zum leidenschaftlichen Sammler von Kakteen und andere Sukkulenten.


 
Kakteen
© E. Schittenhelm – Fotolia.com (Kakteen/#32510414

Sukkulente:

Das Wort kommt aus dem Lateinischen von Succus (Saft). Sukkulente Pflanzen erkennt man an ihren dicken, fleischigen, saftigen Blättern oder Stämmen. Agave, Aloe und Fetthenne sind sogenannte Blattsukkulenten. Euphorbia, Stapelia und Kakteen werden zu den Stamm-oder Sproßsukkulenten gezählt.

Alle gemeinsam lieben trockene Gebiete, die meisten von ihnen kommen aus den unwirtlichsten Winkel dieser Welt. Sie haben sich in Laufe der Evolution einen enormen Überlebenstrieb zugelegt und ihre Gestalt dementsprechend ausgerüstet. So sorgt ein weitverzweigtes Wurzelsystem, das dicht unter der Erde verläuft, für rasche Aufnahme noch so geringer Wassermengen.

Ihre Haarkleider oder Luftwurzeln, nehmen aus der Umgebung die noch so spärliche Feuchtigkeit auf und durch Rosettenbildung, spenden die Blätter gegenseitig Schatten. Das Wichtigste der Kakteen und Sukkulenten ist aber ihr Wasserreservoir in Blättern und Stämmen.

Die meisten Sukkulenten stammen aus Süd- und Südwestafrika, die bizarrsten von den Inseln Madagaskar und Sokotra. Sie vertragen viel Sonne, Temperaturschwankungen, bleiben klein, sind anspruchslose Überlebenskünstler. Ideale Pflanzen für Zimmergärtner, die nicht viel Zeit und Platz haben. Nur ein zuviel an Wasser und zuwenig an Licht würde ihnen nicht gut tun.

Das gilt auch für Kakteen!

Ausnahme: Die aus feuchtwarme Regenwälder stammenden epiphytischen Kakteen (sind Pflanzen, die auf Ästen oder moosigen Felsen leben), die natürlich ganz andere Pflege brauchen.

Es gibt zwei unterschiedliche Gruppen von Kakteen:

Wüstenkakteen und Blattkakteen aus den tropischen Regenwälder. Kakteen unterscheiden sich von Sukkulenten durch ihre Areolen, das sind kleine Kurztriebe, denen Dornen, Borsten, Haare und kleine Büschel von Stacheln entwachsen.

Kakteenblüten
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Der Reiz der Kakteen liegt in ihrer Gegensätzlichkeit. Wie bei den Rosen,  lassen auch bei den Kakteen, die herrlichen Blüten, die trotzigen Stacheln vergessen.
Die meisten Kakteen blühen im Frühjahr oder Frühsommer und es sind fast alle Farben vertreten. Während die hellen Blüten sich zumeist nachts entfalten –  manche duften wundervoll, gehören die kräftiger blühenden, dem Tag. Das hat seinen Sinn, denn helle Blüten werden von den Bestäubern (Nachtaktiven) besser gesehen oder gerochen. Die Tagblüher werden von Vögeln und Bienen besucht.

Kakteen und Sukkulentenfreunde brauchen Geduld, denn diese Pflanzen wachsen nicht gerade schnell und oft muß man Jahre warten bis sie blühen.

Einige blühende Kakteenarten:

Schlangenkaktus,Peitschenkaktus (Aporocactus flagelliformis) Blütezeit: März-Mai
Chamaecereus (Chamaecereus silvestrii) Blütezeit: März-Mai
Bischofsmütze (Astrophytum myriostigma) Blütezeit: Juli
Silberkerze (Cleistocactus) Blütezeit: Februar-März
Zwergsäulenkaktus (Echinocereus) Blütezeit: April-September
Seeigelkaktus,Bauernkaktus (Echinopsis) Blütezeit: April-Juni
Blattkaktus (Epiphyllum) Blütezeit: April-Juni
Gymnocalycium Blütezeit: Juni-August
Lobivie (Lobivia) Blütezeit: Mai-Juli
Warzenkaktus,Mammillarie (Mammillaria) Blütezeit: Juni-August
Weihnachtskaktus (Schlumbergera truncata) Blütezeit: Dezember-Februar
Rebutie (Rebutia) Blütezeit: März-Mai
Scharlachrote Rochee (Rochea coccinea) Blütezeit: Juni-Juli
Parodie (Parodia) Blütezeit: Juni-August
Buckelkaktus (Notocactus) Blütezeit: März-April
Osterkaktus (Rhipsalidopsis) Blütezeit: April-Mai
Königin der Nacht (Selenicereus grandiflorus) Blütezeit: Juli-Oktober
Goldopuntie,Kleinborstiger Feigenkaktus (Opuntia microdasys) Blütezeit: Juni-August

Sukkulentenarten:

Aeonium, Agave, Aloe, Aichryson, Cotyledon, Echeveria, Faucaria, Gasteria, Graptopetalum, Haworthia, Lithops, Pachypodium, Sedum morganianum, Stapelia u.a. mit verschiedene  Blühzeiten.

Pflegetipps:

Kakteen lieben einen hellen, sonnigen, warmen, luftigen und vor Regen geschützten Platz.
Im Winter einen kühleren trockenen Standort, wobei die Temperatur, je nach Sorte, zwischen 5 und 18°C betragen soll.
Generell gilt wegen der vielen Arten, sich beim Kauf genau  über Standort im Sommer, wie auch im Winter, zu informieren. Genauso über das Gießen, Düngen, Umpflanzen und der Vermehrung, sowie welche Erde verwendet werden sollte.

Wichtig:

Nicht jeder Kaktus ist gleich zu behandeln! Ob Blatt-oder Wüstenkakteen oder Sukkulenten!

Wer einmal Freundschaft und Liebe zu Kakteen und Sukkulenten schließt, den faszinieren sie ein Leben lang.

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