Pflanzen die klettern

Ob große Wandflächen an Gebäuden, der Maschendrahtzaun, die Pergola, Mauern oder die Gartenlaube, Schling-und Kletterpflanzen sind eine ideale Begrünung dafür, sowohl die Blüte, als auch die Blätter, wirken zierdend.


 
Fassadengrün im Herbst
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An Hausmauern erfüllen die Kletterpflanzen zusätzlich die Funktion einer Klimaanlage.

Im Sommer wird das Haus beschattet und im Winter, nach dem Laubfall, kann die Wintersonne das Mauerwerk erwärmen. Immergrüne, an der Nordseite gepflanzte Kletterer, sorgen für eine zusätzliche Isolierung. Durch den Luftpolster zwischen Blattkleid und Mauer, sind Temperatur-unterschiede bis zu 5 Grad gemessen worden.

Die Pergola ist ein gestaltendes Element im Garten und auf der Terrasse.

Als Sichtschutz oder Schattenspenderin an heißen Sommertagen gedacht, erfüllt sie diesen Zweck. Blühende Kletterpflanzen geben den bunten Rahmen dazu.

Kletterpflanzen

haben etwas Urwüchsiges und Wildes an sich, man sieht die Kraft der Natur, die zum Ausdruck kommt. Man denke dabei an ältere Gebäude, die fast ganz ein Kleid aus Blättern tragen z. B. den eines Wilden Weines. Auch an Mauern oder Lauben, die ganz eingegrünt von Efeu, fast verschwinden.
Da sie zum Verhältnis ihrer Größe nur wenig Wurzelraum brauchen, ist dies besonders in einer Stadt, von Vorteil. Ein nicht eimal halber Quadratmeter genügt für den Wilden Wein, um eine Fläche von 100 Quadratmetern mit grünem Laub zu überziehen.

Je nachdem um welchen Klettertyp es sich handelt, solltet ihr für eine passende Kletterhilfe sorgen. Viele Schlingpflanzen sind mit nach unten gerichteten Haaren oder kleine Borsten ausgestattet, die sich gegen ihr Klettergerüst stemmen. Ein anderer Klettertyp arbeitet sich mit Hilfe von Ranken empor.
Bei manchen Wurzelkletterer und Ranker haben sich kleine Haftscheiben gebildet, die ohne Unterstützung sogar glatte Wände empor klettern. Bei Efeu oder Kletterhortensien helfen kleine Wurzeln dem Licht emporzuarbeiten.
Kletterrosen und Brombeeren bilden lange steife Seitentriebe, die sich an andere Gewächse legen, um hoch zu arbeiten. So hat die Natur jedem Kletterer für den Halt und dem Weiterkommen, etwas mitgegeben.

Kletterpflanzen lösen viele Gestaltungsprobleme elegant und schnell.

 

Schling-und Kletterpflanzen

Waldrebe

(Clematis)

Clematis; The President
© emer – Fotolia.com ( Clematis; The President/#12466714

Über 200 Arten dieser Pflanzengattung gibt es auf der ganzen Erde. Einige davon wachsen in Form von Sträuchern und Stauden, die meisten davon klettern. Mit ihren bis zu 20cm breiten Sternblüten in verschiedenen Farben leuchtend, sind besonders die Clematis-Hybriden als Gartenpflanzen beliebt, sie erreichen eine höhe bis 4m.

Flotter und höher bis 10m wachsen einige Wildarten mit kleineren Blüten wie die
C. montana Rubens. Im Mai und Juni zeigt sie ihre Pracht an rosaroten Blüten oder die
C. Paniculata mit ihren weißen Blütenrispen und C. alpina mit lavendelblauer Blüte.
C. montana und alpina, blüht am alten Holz, daher kein Rückschnitt vor der Blüte.
Bei sommerblühenden Sorten, Clematis viticella, jackmanii-Hybriden und tangutica, erfolgt ein starker Rückschnitt im Spätherbst, da sie an den einjährigen Trieben blühen.

Standort und Pflege:

Waldreben brauchen ein Pflanzengefäß von mindestens 40cm Durchmesser. Ob in Garten oder Gefäß, der Wurzelbereich muß einen frischen, kühlen Boden haben, er sollte beschattet sein. Am besten als Unterpflanzung von Stauden und Sommerblumen.

Efeu

(Hedera)
Efeu ist inzwischen zu einer wichtigen Pflanze für Dachgärten und Balkone geworden. Einsetzbar als Kletter- und Hängepflanze, als Sichtschutz und Bodendecker. Bei uns werden hauptsächlich die einheimischen Arten Hedera helix und Hedera colchica angeboten. Von der großblättrigen Hedera colchia gibt es einige Sorten. Von der Hedera helix gibt es schöne Varietäten mit interessant geformten Blätter und erreicht eine Höhe bis 30m. Sehr gut schaut auch die „Sulphur Heart und „Dentata Variegata mit ihren gelb marmorierten Blättern aus.

Standort Pflege:

Sie ist eine relativ dankbare Pflanze und liebt schattige bis halbschattige Plätze. Sonne und Hitze meiden. Will humoses, feuchtes Substrat. Bei frostfreier Erde auch im Winter gießen. Sie ist haftend, kletternd, kriechend, als Unterpflanzung von Gehölzen, Nutzpflanze für Mauern, Blumenampeln und zum Begrünen von Spalieren oder Sichtschutzwänden zu verwenden.

Wilder Wein

(Parthenocissus)
Interessant sind vor allem Parthenocissus quinquefolia und tricuspidata. Mittels kleiner Haftscheiben an den Trieben, klettern sie hohe Wände etwa 10-15m hinauf. Ideale Kletterpflanze für Pergolen und Lauben, sowie Zäunen. Im Herbst bekommen die sonst grünen Blätter für wenige Tage, ein feuriges Rot.

Standort und Pflege:

Als Substrat eignet sich handelsübliche Blumenerde, düngen von Frühjahr bis August alle zwei Wochen und mit Wasser nicht sparen.

Kletterhortensie

(Hydrangea petiolaris)
Die Topf- und Freilandhortensien haben in unseren Gärten schon lange Einzug gehalten. Die Kletterhortensie die aus Ostasien stammt, hat noch nicht so einen breiten Bekanntheitsgrad. Sie klettert bis zu 7m mit ihren Haftwurzeln an Hauswänden, Mauern, Bäumen Spalieren und Balkongeländern empor. Die herzförmigen Blätter treiben relativ sehr früh aus. Im Juli erscheinen die großen, flachen, doldenartige weiße Blütenstände.

Standort und Pflege:

Kletterhortensien brauchen halbschattige Standorte und humose leicht saure Erde. Von April bis August 14tägig düngen (flüssigen Blumendünger). Mit dem Gießen nicht sparen. Da sie schon sehr früh austreiben, im Frühjahr bei Frostgefahr schützen.

Knöterich

(Polygonum aubertii)
Strauchartige, anspruchslose Nutzpflanze. Grünt in kurzer Zeit alles ein was im Wege steht. Seine Triebe können eine Länge bis zu 15m erreichen, in Pflanzengefäßen etwa die Hälfte. Seine weißen Blüten erscheinen von Juli bis Oktober. Zum raschen Begrünen von Wänden, Lauben, Pergolien, Balkongeländer und Pfosten.

Standort und Pflege:

Sonnig bis Halbschattig. Im Pflanzengefäß gut düngen und gießen da er ja schnell wächst. Er hat keine Haftwurzeln, daher braucht er eine Kletterhilfe. Sollten die Blätter einmal welk werden, kein Problem, sie fallen ab und es bilden sich rasch neue.

Geißblatt

(Lonicera x brownii)
Strauchartig windend an Rankgerüsten, Säulen, Balkongeländer und Wände. Braucht eine Kletterhilfe. Blüht von Mai bis August, orange bis granatrot, duftend und erreicht eine Höhe von 4m. Es gibt noch weitere schöne Sorten davon wie Lonicera x heckrottii und henry.

Standort und Pflege:

Der beste Platz ist halbschattig. Gut feucht halten, der Wurzelbereich sollte beschattet sein. Düngen von April bis Juli mit einem flüssigen Volldünger.

Gemüse als Sichtschutz?

Wer drei Fliegen mit einer Klappe schlägt, probiert es mit der

Feuerbohne

(Phaseolus coccineus)
Durch ihre leuchtendroten Blüten ist sie eine beliebte Zierpflanze. Von Juni bis September erscheinen die schönen Blüten, den ganzen Sommer hindurch gibt sie einen Sichtschutz und zu guter Letzt, die Bohnen. Diese jung ernten, da sie schnell hart werden, sie geben ein gutes Gemüse.

Anzucht und Pflege:

Braucht einen sonnigen warmen Platz. Anfang Mai gibt man die Samenkerne in große Töpfe, verwendet nahrhafte, durchlässige Erde, die gut feucht zu halten ist, denn ihre Blätter brauchen viel Wasser. Düngen wöchentlich und als Rankhilfe Schnur oder Draht verwenden. Verwendung an Wänden, Mauerpfosten und Balkongeländer.

Kiwi

(Actinidia chinensis)
Wird in erster Linie als Klettergewächs gepflanzt. Mit ihren bis zu 8m langen Trieben für Pergolen und Spaliere gedacht. Weibliche Kiwi brauchen eine männliche Partnerpflanze.

Standort und Pflege:

Kiwis brauchen einen geschützten, sonnigen und warmen Platz. Die Früchte gedeihen bei uns nur in milden Gegenden, sind aber kleiner wie in ihrer eigentlichen Heimat. Sie ist eine schöne, dekorative Kletterpflanze.

Weitere Pflanzen die Klettern:

Akebie

(Akebia quinata)
Strauchartig, windend, raschwüchsig und eine Liebhaberpflanze. Braucht einen sonnigen Platz, blüht im Mai violettblau und klettert bis 5m.

Pfeifenwinde, Pfeifenblume

(Aristolochia durior)
Starkwüchsig und ist auch eine Liebhaberpflanze die im Mai bis Juli gelbgrün bis purpurbraun blüht und eine Höhe von 10m erreicht.

Blauregen Glyzine

(Wisteria sinensis i.S.)
Kletternd, strauchartig, Liebhaberpflanze und blaue Blüten im Mai-Juni. Höhe bis 10m. Verwendung für Pergolen.

Rote und Gelbe Trompetenblume

(Campsis tagliabuana, radicans)
Gut wüchsige Kletterpflanze für Spaliere, liebt warme, sonnige Standorte, ihre Blüten sind orangerot und goldgelb von Juli-September. Sie erreicht eine Höhe bis 5m.

Kletterrosen für eine grüne, bunte Hauswand oder einen Rosenbogen

Rosenboegen, Rosengarten Beutig

© emer – Fotolia.com Rosenboegen, Rosengarten Beutig/#15695073

Ramblerrosen

wachsen mit ihren langen, biegsamen Trieben bis zu 10m hoch. Ein Spalier oder waagrecht gespannte Drähte als Kletterhife geben und dabei genügend Abstand von der Mauer halten. Zehn Zentimeter und mehr wären ratsam für eine gute Luftzierkulation, zur schnellen Abtrocknung und für ein Vermeiden von Pilz- und Schädlingsbefall.

Climberrosen

können ohne Hilfe bis drei Meter an einer Hauswand emporklimmen.
Rosen sollen sonnig stehen und etwa 50cm von der Kletterhilfe entfernt, gepflanzt werden.
Climberrosen blühen öfter, Ramblerrosen nur einmal.

Auch Kletterrosen können eine Wand schmücken und abgesehen davon, geben Pflanzen die Klettern, durch ihr natürliches Pflanzenkleid in der kalten Jahreszeit einen guten Wärmeschutz ab und im Sommer erspart man sich durch ihren Blattvorhang, den Sonnenschirm und die Markisse!

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